Im Hobbygarten hat die Braunelle eine beachtliche Kehrtwende vollzogen vom lästigen Unkraut zur willkommenen Naturschönheit. Mit welchen Eigenschaften die heimischen Prunella-Arten ihren schlechten Ruf abschütteln konnten, erfahren Sie hier in einem kommentierten Steckbrief mit Bildern. In praxiserprobten Anleitungen können Sie nachlesen, wie Sie die Braunelle pflanzen, pflegen und im Rasen bekämpfen. Auf geht’s!
Das Beitragsbild ist von Andrea Schieber – CC BY-NC-ND 2.0

Kurzfassung
Die Gattung Braunellen (Prunella) umfasst winterharte, essbare Pflanzen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Typische Eigenschaften sind ihr krautiger Wuchs, Ausläuferbildung, wintergrüne Blätter und einer Blütezeit von Juni bis Oktober. Verwenden kann man die Braunelle als Zierpflanze, Bodendecker, Küchenkraut und Heilpflanze. Heimische Arten sind die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris), die Große Braunelle (Prunella grandiflora) und neu eingewandert vom Mittelmeer die Weiße Braunelle (Prunella laciniata).
- Die Kleine Braunelle und …
- … die Großblütige Braunelle sind insektenfreundlich
Bild Schmetterling von hedera.baltica – CC BY-SA 2.0 Bild Hummel von Line Sabroe – CC BY 2.0
Pflanze Braunelle Steckbrief – Alle Eckdaten auf einen Blick

Erläuterungen zum Braunellen Steckbrief mit Bildern
In den folgenden Abschnitten lernen Sie die schönsten Braunellen für den Garten näher kennen. Sie erfahren wissenswerte Einzelheiten über Blatt, Blüte, Blütezeit und Wachstum, wie es um die Winterhärte von Braunellen bestellt ist und an welchem Detail man Kleine Braunelle von Großblütiger Braunelle unterscheiden kann. Lesen Sie weiter.
- So sieht die kleine Braunelle aus.
- So sieht die großblütige Braunelle aus.
Bildquellen: Kleine Braunelle ist von peganum – CC BY-SA 2.0 Großblütige Braunelle ist von Andreas Rockstein – CC BY-SA 2.0
Die beiden häufigsten heimischen Braunellen im Vergleich
Eigenschaften | Kleine Braunelle | Großblütige Braunelle |
---|---|---|
Blütezeit | Mai bis Oktober | Juni bis August |
Wuchsform | ausläuferbildend, bodendeckend | teppichbildend, aufrechte Blütenstängel |
Wuchshöhe | 5 cm bis 30 cm | 10 cm bis 20 cm |
Wuchsbreite | 50 cm bis 80 cm | 25 cm bis 35 cm |
Vorkommen | Trockenrasen, Gehölzrand | Magerwiese, Kalk- u. Lehmboden, Alpen |
Winterhärtezone | Z3 (-40,1 °C bis -34,5 °C) | Z5 (-28,8 °C bis -23,4 °C) |
Unterscheidungsmerkmal | oberstes Blatt direkt unter dem Blütenstand | oberstes Blatt 1-5 cm unter dem Blütenstand |
Botanischer Name | Prunella vulgaris | Prunella grandiflora |
Synonyme | Gemeine Braunelle, Gewöhnliche Braunelle | Große Braunelle, Alpen Braunelle |

Bild von John Tann – CC BY 2.0
Im Zug der Klimaerwärmung breitet sich eine dritte Braunellen-Art von Süden her stetig aus. Die Weiße Braunelle (Prunella laciniata) ist beheimatet am Mittelmeer und an ihren weißen Lippenblüten zu identifizieren. Anzutreffen ist der mediterrane Neuankömmling an steinigen Südhängen, auf trockenen Magerwiesen und in lichten Wäldern. Blütezeit ist von Juni bis August. Die Wuchshöhe beträgt 5 cm bis 30 cm.

Braunelle Blüte
Mit ihren aparten Blüten heimst die Braunelle Sympathiepunkte bei Hobbygärtnern ein. Ein Blick auf den farbenfrohen Blütenstand lässt uns die episch langen Ausläufer vergessen, mit denen sich die Kleine Braunelle als Unkraut unbeliebt macht. Diese Eigenschaften prägen eine Prunella-Blüte:
Blütenstand: Scheinähre mit zahlreichen, dicht gedrängten Lippenblüten
Blütenstand-Form: zylindrisch, länglich, eiförmig
Blütenstand-Größe: 1,5 bis 7,5 cm lang, 1 cm bis 2 cm breit
Blütenfarbe: purpur-violett, blau-violett, rötlich-rosa oder weiß
Position: endständig
Legen Brunellen ihr Blütengewand an, sind Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge zur Stelle. Mit dem Insektenwert 4/5 zählen Gewöhnliche Braunelle und Großblütige Braunelle zu den Trachtpflanzen, die im bienenfreundlichen Garten nicht fehlen dürfen.

Bild von auff – CC BY-NC-SA 2.0

Braunelle Blätter
Die Blätter spielen den grünen Grundakkord im natürlichen Erscheinungsbild einer Braunelle. Dank folgender Blatt-Eigenschaften bleibt der ländliche Charme auch außerhalb der Blütezeit erhalten:
Blattform: gestielt, eiförmig bis lanzettlich, beidseitig dünn bis locker behaart oder kahl.
Größe: 2 cm bis 5 cm lang, 1 cm bis 3 cm breit
Blattrand: glatt oder leicht gekerbt
Anordnung: gegenständig
Mit ihren tiefgrünen Blättern und den braunen Samenständen muntert die Kleine Braunelle den tristen Winter auf. In milden Weinbergregionen gedeiht die wintergrüne Wildstaude in der Regel immergrün.

Braunellen Wachstum
Charakteristisch für das Wachstum von Braunellen sind teilweise oberirdische Ausläufer, mit deren Hilfe sich die Stauden ausbreiten und vermehren können. Auf diese Weise bildet sich ein dichter, bodendeckender Teppich, der zwischen Juni und Oktober Blüten trägt. Weil sich die Überdauerungsorgane ebenfalls an der Oberfläche befinden, zieht sich eine Kleine Braunelle – im Unterschied zur Großen Braunelle – nicht vollständig zurück. Lediglich die wintergrünen Blätter ziehen im Spätwinter kurze Zeit ein und machen den Platz frei für einen frischen Laubaustrieb.

Braunellen Tipps für die Verwendung
Prunella vulgaris ist die perfekte Wildstaude für eine naturnahe Gartengestaltung. Schön zur Geltung kommt die Kleine Braunelle als blühender Bodendecker unter gemischten Hecken oder einer Benjeshecke. Statt die Gemeine Braunelle als Rasenunkraut zu verteufeln, verwenden kreative Hobbygärtner die Naturschönheit als aparten Fugenfüller auf gepflasterten Wegen. Seit dem Mittelalter ist die Gewöhnliche Brunella als Heilpflanze bekannt mit antibakteriellen und regenerierenden Inhaltsstoffen.
Prunella grandiflora gedeiht mit Stauden-Charakter. Die Großblütige Braunelle macht ihrem Namen alle Ehre und ist hart im Nehmen. Diese Vorzüge empfehlen Groß-Brunella für die Begrünung schwieriger Standorte, wie Dachgärten in voller Sonne oder Baumscheiben im Halbschatten mächtiger Laubkronen. Als Heilpflanze hat die Große Braunelle keine Bedeutung.

Braunellen sind essbar
Die heimischen Braunellen sind essbare Wildkräuter mit gesunden Inhaltsstoffen. Mit einem leicht bitteren Geschmack verleihen Blüten, Blätter und junge Triebspitzen zahlreichen Speisen ein besonderes Aroma. Verwenden Sie blau-violette Braunellen-Blüten als schmackhafte Salatzutat. Junge Blätter verfeinern Gemüse, Suppen oder Soßen und harmonieren delikat mit Quark und Frischkäse.

Braunelle im Garten – Tipps für Aussaat und Pflanzung
Im Naturgarten findet sich die Braunelle häufig von alleine ein. Hobbygärtner müssen die Wildstaude lediglich vermehren und am gewünschten Standort pflanzen. Für eine großflächige Begrünung eignet sich die Aussaat von Samen. Vorgezogene Premium-Sorten zieren in Tuffs den Stauden- und Bauerngarten oder das Blumenbeet. So säen, vermehren und pflanzen Sie Braunellen im Garten richtig:

Bester Standort für Braunellen im Garten
Im Grunde genommen wächst die Braunelle da, wo Sie die Staude hinpflanzen. Am folgenden Standort entfaltet die Wildstaude ihr urwüchsiges Optimum:
Prunella vulgaris: sonniger bis absonniger Standort.
Bodenbeschaffenheit: frisch bis feucht, nährstoffreich, kalkarm.
Prunella grandiflora: Sonne bis Halbschatten.
Bodenbeschaffenheit: trocken bis frisch, steinig-sandig bis sandig-lehmig, gerne mit hohem Kalkgehalt.
Seit die Weiße Braunelle (Prunella laciniata) den Sprung über die Alpen geschafft hat, breitet sie sich im mittleren und südwestlichen Teil von Deutschland aus. Hier besiedelt die mediterrane Prunella-Art sonnige, warme Standort mit kalkhaltiger, trockener Erde.

Aussaat von Braunellen im Garten
Die Braunellen Samen sind Kühl- und Lichtkeimer. Für die Keimung sind für 4 bis 6 Wochen Temperaturen zwischen -4 Grad und +4 Grad erforderlich. Als Termine für die Aussaat direkt ins Beet sind daher die Monate Februar bis April und September bis November optimal. Eine Stratifizierung im Kühlschrank mit anschließender Anzucht auf der Fensterbank ist zum Scheitern verurteilt, weil Braunellen, wie Adonisröschen, pikieren, umtopfen und umpflanzen nur selten vertragen. So säen Sie richtig aus:

Für eine gleichmäßige Verteilung die sehr feinen Samen mit Dehner Terrariensand oder Bubimex Vogelsand mischen (gibt’s bei Amazon)

Saatbeet feinkrümelig harken, Gartenkalk (gibt’s bei Amazon) und Sand einarbeiten.

Samen breitwürfig aussäen und nicht oder höchstens 0,5 cm hoch abdecken.

Beeterde andrücken oder walzen und mit feiner Brause wässern.

Das Saatbeet mit Schutznetz, z. B. von Neudorff (gibt’s bei Amazon) überziehen.
Braunelle im Garten Pflanztipps
Pflanzfertig gekaufte Braunellen kommen in kleinen Gruppen schön zur Geltung. Die beste Pflanzzeit ist im Herbst. Stellen Sie vorab die Wurzelballen für einige Minuten in Wasser. Derweil heben Sie Pflanzgruben aus mit dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens. Der richtige Pflanzabstand beträgt 25 cm bis 30 cm. Als Startdüngung mischen Sie Kompost oder den Compo Bio-Langzeitdünger unter die Erde. Setzen Sie eine Braunelle genauso tief in die Erde, wie zuvor im Anzuchttopf. Drücken Sie die Erde mit beiden Händen fest und gießen an. Mulchen mit Rindenmulch oder Jumbogras Häckseln (gibt’s bei Amazon) unterdrückt Unkraut in der Anfangsphase, bis Braunellen Bodendecker selbst die Aufgabe übernehmen.

Grüner-Daumen-Exkurs: Braunelle zu Lande und in der Luft
Wenig Phantasie bewiesen Botaniker und Ornithologen bei dieser Namensgebung: Der Begriff Braunellen (Prunella) bezieht sich zum einen auf die Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler, zum anderen auf die Vogelgattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel. Im Bild sehen Sie die Heckenbraunelle (Prunus modularis) Diese Analogie aus deutschem und wissenschaftlichem Namen ist glücklicherweise eine seltene Ausnahme.

Braunelle im Garten Pflegetipps
Die Braunelle ist in jeder Hinsicht ein pflegeleichter Selbstläufer. Wasser- und Nährstoffbedarf sind gering. Ein Rückschnitt zur rechten Zeit verlängert die Blütezeit und reguliert die invasive Selbstaussaat. Die besten Pflege-Tipps für Prunella-Arten in Kurzfassung:
Gießen: bei Trockenheit gießen, idealerweise direkt an die Wurzeln mit normalem Leitungswasser.
Düngen: im März düngen mit Bio-Langzeitdünger oder Kompost, sehr dicht gewachsene Braunelle Bodendecker von März bis Juli monatlich düngen mit einem Universal Flüssigdünger (gibt’s bei Amazon).
Schneiden: im August verwelkte Blüten ausputzen, im Oktober die Nachblüte abschneiden über den belaubten Trieben.
Winterpflege: ohne Schneedecke gelegentlich gießen an milden Tagen, nicht düngen.

Bild von Matt Lavin – CC BY-SA 2.0
Braunellen im Rasen bekämpfen
Als ungebetener Gast kann die Kleine Braunelle im Rasen lästig werden. Die kriechenden Ausläufer breiten sich rasant aus und machen edlen Rasengräsern das Leben schwer. So werden Sie das Rasenunkraut wieder los:

Vereinzelte Prunella Nester von Hand ausziehen oder mit einem Unkrautstecher entfernen (gibt’s bei Amazon).



Rasen zweimal jährlich vertikutieren und düngen.
Im Rasen entstandene Lücken zeitnah schließen mit Rasensamen oder dem Magischen Rasenpflaster von Substral (gibt’s bei Amazon).
Im naturnahen Garten hat der pflegeintensive Rasen ausgedient. Auf dem Vormarsch sind ökologisch wertvolle Lösungen als Rasenersatz. Hoch im Kurs stehen trittfestes Sternmoos (Sagina subulata), innovatives Isotoma ‚Blue Foot®‘ und Kleine Braunellen mit einem blau-violetten Blütenmeer zur Sommerzeit.
Quellen: Wikipedia.org, Braunellen Pflanzen und Gaissmayer.de, Prunella und Bio-Gaertner.de, Braunellen und Baumschule-Horstmann.de, Großblütige Braunelle und Saatgut-Vielfalt.de, Großblütige Braunelle und über 30 Jahre Erfahrung als Hobbygärtnerin
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