Gehen Ihnen Fragen durch den Kopf, wie „Ist die Vogelkirsche giftig?“ und „Woran kann man eine Vogelkirsche erkennen?“. Dieser Ratgeber liefert Ihnen die Antworten mit Bildern. Im kommentierten Steckbrief lesen Sie alles Wissenswerte über die Vogelkirsche, von Blatt und Blüte bis Frucht und Bienenfreundlichkeit. Wie Sie die Wildkirsche im Garten pflanzen und pflegen, erklärt eine praxiserprobte Anleitung. Auf geht’s!
Das Beitragsbild ist von Fabrizio Mapelli – CC0

Kurzfassung
Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist ein heimischer, 15 m bis 20 m hoher Baum oder Strauch mit essbaren Wildkirschen und länglich-eiförmigen, bis 15 cm langen, sommergrünen Blättern. Vogelkirsche Blütezeit ist im April und Mai mit üppigen, weißen Blütendolden. Pflanzen Sie die Vogelkirsche im Herbst an einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit normaler Gartenerde. Die Pflege besteht aus Gießen bei Trockenheit und Düngen im März. Schneiden ist nicht nötig, aber möglich. Vogelkirschen sind sehr bienenfreundlich.

Ist die Vogelkirsche giftig?
Nein, entgegen der langläufigen Meinung ist die Vogelkirsche nicht giftig. Der heimische Laubbaum enthält keine Inhaltsstoffe, die für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein könnten. Im Gegenteil sind die Wildkirschen sogar essbar mit einem bittersüßen Geschmack. Das Fruchtfleisch wird gerne zu Marmelade, Gelee und Saft verarbeitet. Mit ihrer üppigen Blütenpracht und den schmackhaften Früchten ist eine Prunus avium der ideale Hausbaum für den Familiengarten mit Haustieren. Denn außerdem ist die Vogelkirsche nicht giftig für Katzen und Hunde. Das bestätigt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und widmet der Vogelkirsche in ihrer Broschüre „Kinderfreundliche Pflanzen“ eine ganze Seite.
Vogelkirsche Steckbrief – Alle Eckdaten auf einen Blick

Erläuterungen zum Vogelkirsche Steckbrief
In den folgenden Abschnitten lesen Sie wissenswerte Erweiterungen zu den Eckdaten im Vogelkirsche Steckbrief.
- Junge Vogelkirsche mit schlanker Wuchsform.
- Im Laufe der Jahre gewinnt die Vogelkirsche an Breite.
- Ringelrinde am Stamm einer Vogelkirsche
Bilder von De Tuin – CC0 und Hornbeam Arts – CC BY-NC 2.0 und Hermann Falkner – CC BY-NC-SA 2.0

Vogelkirsche Wachstum
Die Vogelkirsche wächst als mittelhoher, sommergrüner Baum und nur selten als Strauch. Als Gartenbaum wird die heimische Wildkirsche kultiviert wegen ihrer romantischen Blütenpracht und den dekorativen, essbaren Steinfrüchte. Folgende Merkmale prägen das Wachstum:
Wuchsform: aufrecht, ausladend, häufig mehrstämmig
Wachstum pro Jahr: 40 cm bis 60 cm
Krone: breit kegelförmig, locker, dichtbuschig mit dicken Zweigen und zahlreichen Kurztrieben
Rinde: anfangs glatt-glänzend, später rötlich-grau mit rotbraunen Lentizellen (Korkwarzen)
Borke: dunkelbraun bis schwarz, im Alter rissig
Alter: 80 bis 90 Jahre, gelegentlich bis 300 Jahre
Charakteristisch für das Wachstum älterer Vogelkirschen ist eine ringelförmig abschälende Borke. Wissenschaftler vermuten, dass die Wildkirsche und ihre Kulturformen aufgrund dieser Ringelborke immun sind gegen Mistelbefall.
- Blätter im Sommer
- Blattstiel mit Nektardrüsen
- Junge Vogelkirsche im Herbst
Bilder v.l.n.r. von Gertjan van Noord – CC BY-ND 2.0 und von Stefan.lefnaer – CC BY-SA 4.0 und von Jordi Roy Gabarra – CC BY-NC 2.0

Vogelkirsche Blatt
Die Blätter geben wichtige Hinweise, damit Sie eine Vogelkirsche im Wald treffsicher erkennen:
Blattform: gestielt, verkehrt-eiförmig oder länglich-eiförmig mit gesägtem Rand, spitz zulaufend
Blattgröße: 3 cm bis 7 cm lang, 1 cm bis 5 cm breit
Anordnung: wechselständig
Blattfarbe: oberseits frischgrün und kahl, unterseits einen Ton dunkler mit dünn behaarten Nerven
Blattnerven: markanter Hauptnerv mit 7 bis 12 Seitennerven
Herbstfärbung: gelb, rötlich-orange bis scharlachrot
Zu den Vogelkirsche Besonderheiten zählen kleine Honigdrüsen an den Blättern. Diese befinden sich gut sichtbar am Blattstiel. Aus diesem Grunde duftet ein Kirschbaum auch außerhalb seiner märchenhaften Blütezeit verführerisch nach Honig.
Bilder v.l.n.r. von Gertjan van Noord – CC BY-ND 2.0 und von Jan Helebrant – CC0

Vogelkirsche Blüte
Wohlweislich legt die Vogelkirsche ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an und stellt damit die Weichen für einen furiosen Blütenzauber von April bis Mai. Prägende Merkmale der Blüte fasst folgende Übersicht zusammen:
Blütenstand: Dolde mit 3 bis 4 Einzelblüten, selten 2 bis 6.
Einzelblüte: fünf Kronblätter umhüllen 20 bis 25 kürzere Staubblätter.
Größe: 2,5 cm bis 3,5 cm im Durchmesser
Blütenfarbe: weiß
Position: an Kurztrieben
Anordnung: in dichten Büscheln
Blütenökologie: zwittrig
Wildkirschen blühen ab einem Alter von 20 bis 25 Jahren. An veredelten Zuchtformen entfaltet sich die erste Blütezeit bereits im Alter von 3 bis 4 Jahren. Eine ausgewachsene Vogelkirsche und ihre Kulturformen prahlen mit bis zu einer Million Blüten; ein Fest für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. In der Nektartabelle nach Günter Pritsch wird der Vogelkirsche der Nektarwert 4/4 und Pollenwert 4/4 bescheinigt. Als Premium Bienenweide und Vogel-Nährgehölz sind Wildkirschen von unschätzbarem Wert im naturnahen Garten.
- Unreife Wildkirschen
- Die Dohle kann es nicht abwarten.
- Verheißungsvolle reife Wildkirschen
- So sehen Wildkirschen aus der Nähe aus.
Bilder v.l.n.r von Gertjan van Noord – CC BY-ND 2.0 und von hedera.baltica – CC BY-SA 2.0 und von Stefano – CC BY-NC-SA 2.0 und von P. L. Tandon – CC BY-NC-SA 2.0

Vogelkirsche Frucht
Im Sommer trägt die Vogel-Kirsche eine bittersüße Last aus zahlreichen, dunkelroten bis schwarzen Steinfrüchten, die verlockend an den Kurztrieben baumeln. Im Steckbrief ist nachzulesen, dass Wildkirschen essbar sind. Weitere Eigenschaften sind charakteristisch für die Früchte von Prunus avium:
Durchmesser: 6 mm bis 25 mm
Fruchtform: kugelig bis eiförmig
Farbe bei Vollreife: schwarzrot
Erntezeit: Juni und Juli
Die Vogelkirsche ist nicht selbstfruchtbar. Was bedeutet das? Damit die Wildkirsche Früchte trägt, ist ein zweiter Kirschbaum als Befruchter erforderlich. Veredelte Zuchtformen sind häufig selbstfruchtbar.

Grüner-Daumen-Exkurs: Die Vogelkirsche ist ein Zukunftsbaum im Klimawandel.
Auf der Suche nach einem klimawandelangepassten Hausbaum werden Sie bei der Vogelkirsche fündig. Der Klimabaum verfügt über wichtige Eigenschaften, die uns im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. Prunus avium ist aufgrund der natürlichen Herkunft an kalte Winter und heiße Sommer gewöhnt. Darum leistet die Vogelkirsche Hobbygärtnern eine gute Hilfestellung bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels im Garten. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen hat eine umfangreiche Empfehlungsliste für klimawandeltolerante Pflanzen herausgegeben, die Sie hier herunterladen können.
Vogelkirsche Ursprungsart und Unterarten
Ist von einer Vogelkirsche die Rede, handelt es sich zumeist um die Wildart. Als Süßkirsche bezeichnet der Volksmund die beiden Unterarten Knorpelkirsche (Prunus avium subsp. duracina) und Herzkirsche oder Weichkirsche (Prunus avium subsp. juliana). Folgende Tabelle vergleicht die wichtigsten Eckdaten:
Vogelkirsche | Knorpelkirsche | Herzkirsche | |
---|---|---|---|
Blatt | 3 cm bis 7 cm | 5 cm bis 15 cm | 5 cm bis 15 cm |
Frucht | schwarz | dunkelrot, weiß | dunkelrot, gelb, weiß |
Durchmesser | unter 10 mm | 10 mm bis 20 mm | 10 mm bis 20 mm |
Fruchtfleisch | fest, trocken | knorpelig, fest | saftig |
Geschmack | bittersüß | überwiegend süß | süß, aromatisch |
Steinkern | 9 mm bis 16 mm | 7 mm bis 9 mm | 7 mm bis 9 mm |
Die Vogel-, Knorpel- und Herzkirsche standen Pate für Hunderte Kultursorten, die vor allem bei den Fruchteigenschaften verbessert wurden, wie die älteste, weit verbreitete Große Schwarze Knorpelkirsche von 1540.

Bild von Joost J. Bakker – CC BY 2.0

Vogelkirsche im Garten pflanzen
Naturnahe Gärtner pflanzen eine Wildkirsche und eine Süßkirsche oder eine Sorte Seite an Seite. Die Früchte der Wildform sind reserviert für Vögel, Eichhörnchen, Igel und andere hungrige Gartenbewohner. Geerntet für fruchtigen Gaumenschmaus werden die saftigen Früchte der Süßkirsche. Als weiteren Vorteil dieser Pflanzstrategie dient die Vogelkirsche als Befruchter, was auch an einer selbstfruchtbaren Süßkirsche den Ernteertrag optimiert. Wann und wie Sie Prunus avium richtig pflanzen, lesen Sie in folgenden Abschnitten.

Vogelkirsche wann pflanzen
Beste Pflanzzeit für Kirschbäume ist im Herbst. Für die Pflanzung wurzelnackter Heister ist das Zeitfenster geöffnet von Oktober bis April. Junge Vogelkirschen im Container oder als Ballenware können Sie zu jeder Jahreszeit pflanzen, sofern der Boden nicht tiefgefroren ist.

Grüner-Daumen-Tipp: Das Mcbazel Bodenmessgerät ermittelt die wichtigsten Kennzahlen für Hobbygärtner in einem Arbeitsdurchgang: Bodentemperatur, pH-Wert, Feuchtigkeit und Lichtintensität können innerhalb von Sekunden auf einer Skala abgelesen werden als Entscheidungshilfen bei der Standortwahl für Vogelkirschen. Erhältlich ist das nützliche Werkzeug bei Amazon zum günstigen Preis.

Vogelkirsche am besten Standort pflanzen
Wichtige Kriterien für die Standortwahl sind Lichtverhältnisse und Bodenbeschaffenheit. Die Vogelkirsche und Unterarten beweisen mehr Anpassungsfähigkeit, als ihre Sorten.
Standort für Vogel-, Knorpel- und Herzkirsche: sonnig bis halbschattig
Standort für Süßkirschen-Sorten: vollsonnig, absonnig bis sonnig
Mikroklima: luftig, warm, geschützt vor Spätfrösten
Bodenqualität: Tiefgründig, sandig-lehmig, frisch bis feucht, durchlässig, kalkhaltig, pH-Wert 5,5 bis 8,5
Ausschlusskriterien: nasser, verdichteter Gartenboden mit saurem pH-Wert unter 5,5

Vogelkirsche im richtigen Abstand pflanzen
Der richtige Pflanzabstand für eine Vogelkirsche beträgt 8 m bis 10 m. Geeignete Varianten sind 1,5 m x 10 m, 3 m x 13 m und 5 m x 5 m. Eine schwachwüchsigere Süßkirschen-Sorte können Sie im Abstand von 3 m bis 4 m pflanzen.

Grüner-Daumen-Tipp: Mit den Einhell Bodenhacken gehört mühsames Umgraben des Gartenbodens endlich der Vergangenheit an. Rotierende Hackmesser pflügen durch die Erde, während Sie mit dem Führungsholm in den Händen hinter dem starken Helfer herschreiten. Einhell Bodenhacken können Sie bei Amazon kaufen als Elektro-Bodenhacke mit 6 Hackmessern oder Akku-Bodenhacke mit 4 Hackmessern.

Vogelkirsche Pflanzanleitung Schritt für Schritt
Zur Vorbereitung graben Sie den Boden 2-Spaten-tief um, entfernen Unkraut, alte Wurzeln und größere Steine. Während Sie sich der Bodenvorbereitung widmen, stellen Sie den Heister oder Wurzelballen der Vogelkirsche in einen Eimer mit Wasser. Durchtränkte Baumwurzeln sind weniger anfällig für Trockenstress, eine der häufigsten Ursachen, wenn eine Vogelkirsche im Garten nicht anwächst. So pflanzen Sie die Wildkirsche richtig:

Eine Pflanzgrube ausheben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens. Als Startdüngung den Aushub vermischen mit Kompost oder den Bio Obstbaumdünger von Dehner ins Pflanzloch streuen (gibt’s bei Amazon).

Wassergetränkten Heister oder Wurzelballen mittig ins Pflanzloch setzen, an Ballenware das Tuch öffnen.

1 bis 3 Stützpfähle in die Erde schlagen und mit dem Mitteltrieb verbinden, am besten mit Kokosschnur in 8-er Schlaufen.

Die Pflanzgrube auffüllen, Erde festtreten und einschlämmen.

Wurzelscheibe mulchen mit Rindenmulch oder Jumbogras Häckseln (gibt’s bei Amazon).
Ein Pflanzschnitt ist lediglich erforderlich an einer Vogelkirsche als nackten Heister. Falls nicht schon in der Baumschule geschehen, kann man alle Seitentriebe um ein Drittel zurückschneiden für eine kräftige Verzweigung von Anfang an.

Vogelkirsche im Garten Pflegetipps
Die Wildkirsche und ihre Zuchtformen sind sehr pflegeleicht. Je älter eine Vogelkirsche, desto geringer der Bedarf an Wasser und Nährstoffen. Im Fokus der Pflege steht eine gelegentlicher Auslichtungsschnitt. Ein fieser Schädling hat die leckeren Kirschen im Visier. So pflegen Sie eine Vogel-Kirsche richtig:

Vogelkirsche bei Trockenheit gießen
Eine frisch gepflanzte Vogelkirsche wird regelmäßig gegossen, wenn die Erde angetrocknet ist. Ältere, gut verwurzelte Kirschbäume kommen mit dem normalen Regenaufkommen aus. Lediglich bei extremer Trockenheit wässern Sie die Baumscheibe durchdringend am frühen Morgen oder in den Abendstunden.

Vogelkirsche organisch düngen
Zweimal jährlich profitieren Wachstum, Blühfreudigkeit und Ernteertrag von einer organischen Düngung. Bester Zeitpunkt ist im März und Juni. Gut geeignet ist der als Startdünger empfohlene Bio Obstbaumdünger von Dehner. Man streut das Granulat auf die Baumscheibe, harkt den Dünger oberflächlich ein und gießt nach. Die Dosierung entspricht der Wuchshöhe und beträgt 100 g je m.

Vogelkirsche nach der Ernte schneiden
Die Vogelkirsche, die Knorpel- und Herzkirsche sowie alle Sorten sind schnittempfindlich. Sogar die Kurztriebe am alten Holz tragen die saftigen Steinfrüchte. Das sind zwei wichtige Gründe für eine planvolle Schnittpflege. Die besten Tipps rund um Schnittzeitpunkt und Schnittführung lesen Sie hier:
Erziehungsschnitt: vom 1. bis zum 6. Standjahr im Februar das Kronengerüst aufbauen mit Mitteltrieb und 3 Leitästen.
Erhaltungsschnitt: alle 4 Jahre eine Vogelkirsche nach der Ernte schneiden und auslichten.
Verjüngungsschnitt: alte, vergreiste Vogelkirsche etappenweise verjüngen im Spätwinter, verteilt auf 2 bis 3 Jahre.
Für die richtige Schnittführung setzen Sie die Astschere immer kurz über einer nach außen gerichteten Knospe an. Herabhängende, mehr als 5 cm dicke Äste leiten Sie ab auf einen auswärts weisenden Seitentrieb. Ungünstig stehende, verkahlte und abgestorbene Zweige schneiden Sie auf kurze Zapfen zurück.

Bild von Gilles San Martin – CC BY-SA 2.0

Schädlinge an Vogelkirschen
Üble Maden in Süßkirschen sind die Brut der Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi). Der gefürchtete Schädling legt seine Eier in die reifenden Steinfrüchte ab. Zu bekämpfen sind die Biester mit Schutznetzen über Krone und Baumscheibe, gelben Klebefallen (gibt’s bei Amazon), pickenden Hühnern und Nematoden der Art Steinernema feltiae.
Quellen: Wikipedia.org, Vogelkirsche und Botanischer-Garten-Hoexter.de, Prunus avium und Baumschule-Horstmann.de, Vogelkirsche und Paulownia-Baumschule.de, Vogelkirsche und Bio-Gaertner.de, Kirschfruchtfliege
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