Die Gardenie ist eine anspruchsvolle Blütenschönheit, die hofiert werden will. Balkongärtner lesen hier einen kommentierten Gardenien (Gardenia jasminoides) Steckbrief mit Erläuterungen zu Duft, Blüte, Winterhärte, Giftigkeit und Wachstum. Eine praxiserprobte Anleitung erklärt, wie man eine Gardenie pflanzen und pflegen sollte für eine üppige Blütenpracht und sattgrüne Blätter. Auf geht’s!
Das Beitragsbild ist von Paul Diaconu

Kurzfassung

Was sollte man über die Gardenie wissen?
Die Gardenie (Gardenia jasminoides) ist eine tropische Topfpflanze, die für ihre weißen, schalenförmigen und intensiv duftenden Blüten bekannt ist. Der immergrüne Strauch bevorzugt einen hellen Standort, erhöhte Luftfeuchtigkeit, kalkfreies Gießwasser und Flüssigdünger. Gardenien sind nicht winterhart und schwach giftig. Häufige Schädlinge sind Spinnmilben, Schildläuse und Blattläuse.

Bild von Papa Lazarou – CC BY-ND 2.0

Gardenie pflanzen – Anleitung für die Pflanzung im Topf
Eine pflanzfertig gekaufte oder eigenhändig gezogene Gardenie darf nicht im Anzuchttopf bleiben. Wählen Sie als Pflanzgefäß einen Topf mit Bodenlöchern, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Bemessen Sie die Topfgröße so, dass zwischen Wurzelballen und Gefäßwand 2-Fingerbreit Platz ist. Als Erde für Gardenien eignet sich Rhododendronerde, z. B. Rhodohum von Floragard (gibt’s bei Amazon). Mit einigen Handvoll Blähton, z. B. Tongranulat von Westland (gibt’s bei Amazon) wird die Topferde strukturstabil und durchlässig. So pflanzen Sie eine Gardenie im Topf richtig:

Den Topf auf den Pflanzenroller von Weibida (gibt’s bei Amazon) stellen für eine rückenschonende Mobilität der Gardenia Pflanze.

Eine 3 cm bis 5 cm hohe Drainage aus Blähton oder Tonscherben einfüllen. Tipp: Ein Drainagevlies (gibt’s bei Amazon) verhindert, dass sich das Substrat zwischen die Blähtonkügelchen oder Tonscherben setzt.

Ein bis zwei Handvoll Substrat einfüllen, die Gardenie draufstellen und die Hohlräume befüllen bis auf einen 2 cm bis 3 cm hohen Gießrand.

Die Topferde andrücken für einen guten Bodenschluss des Wurzelballens und die Gardenie durchdringend gießen mit kalkfreiem Wasser.
Den Topf-Untersetzer befüllen Sie mit Kieselsteinchen, Blähton oder Lavagranulat. Dieser Trick verhindert die Bildung von Staunässe. Es kann kein angesammeltes Wasser durch den Kapillareffekt in den Wurzelballen aufsteigen und die Gardenie mit nassen Füßen drangsalieren. Fernerhin erzeugt die Wasserverdunstung eine lokal erhöhte Luftfeuchtigkeit, was Ihrer Gardenie sehr behagt.

Grüner-Daumen-Tipp: In einem Topf mit Bewässerungssystem wird Ihre Gardenie zuverlässig mit genau der richtigen Menge Gießwasser versorgt. Über einen Gießanzeiger haben Sie die volle Kontrolle. Hoch bewerteter Bestseller bei Amazon ist die Marke LECHUZA Classico.

Bester Standort für die Gardenie
Im Rahmen der Standortwahl für die Gardenie sind wichtige Parameter rund um die Licht- und Temperaturverhältnisse zu beachten:

Helle bis absonnige Lage ohne pralle Sonne am Nachmittag.





Idealerweise auf der West- oder Ostseite.





Am Standort auf der Süd-Fensterbank mit Beschattung ab Mittag oder hinter einer transparenten Gardine.





Hohe Luftfeuchtigkeit von über 60 %.
Während der Sommermonate leistet Ihnen die Gardenie gerne Gesellschaft auf dem Balkon am hellen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Einen detaillierten Überblick zu den richtigen Temperaturen gibt eine Tabelle im kommentierten Gardenie Steckbrief.
Gardenie Steckbrief – Alle wissenswerten Eckdaten im Überblick


Erläuterungen zum Gardenie Steckbrief
Bilder v.l.n.r oberjjj und Rain Love und David Hill – CC BY 2.0


Gardenie Blüte
Mit dem märchenhaften Blütenzauber einer Gardenie können nur wenige Balkon- und Zimmerpflanzen konkurrieren. Geheimnis der glamourösen Performance ist folgende Kombination aus Form, Farbe und Duft:
Duft: intensiv, süßlich, buttrige Note, blumig-pudrige Nuance
Blütenform: schalenförmig, 5- bis 6-zählig, einfach, halb- oder üppig gefüllt
Blütenfarbe: strahlend weiß, später cremig-weiß bis cremegelb
Blütengröße: bis zu 15 cm im Durchmesser
Blütenökologie: zwittrig
Blütezeit: Mai bis Oktober
Der betörende Duft von Gardenienblüten inspiriert Parfümhersteller, wie Chanel oder Dior, zur Kreation hochwertiger Parfümsorten mit Gardenie als Herznote.


Bild von Micky White


Gardenie Blatt
Die immergrünen, glänzenden Blätter bilden eine edle Kulisse für den cremeweißen Blütentraum einer Gardenia Blume. Wenn Knopflochblumen gerade nicht blühen, übernehmen die dunkelgrünen Blätter das dekorative Zepter. Diese Attribute prägen das schmucke Laub:
Form: länglich-oval
Größe: 6 cm bis 7 cm lang
Anordnung: gegenständig
Textur: ledrig, glänzend
Für das geübte Auge eines Hobbygärtners ist die Blattfarbe ein wichtiges Merkmal. Am zu kalten Standort färben sich die dunkelgrünen Blätter gelb. Schenken Sie daher folgenden Hinweisen zu Winterhärte und Temperaturen Ihre besondere Aufmerksamkeit.


Bild von Michael McCarthy – CC BY-ND 2.0


Ist die Gardenie winterhart?
Gardenia jasminoides ist beheimatet in Südostasien. Dort herrscht ganzjährig ein feucht-warmes Regenwaldklima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 21 Grad bis 25 Grad Celsius, die im März und April auf 40 Grad Celsius ansteigen. Unter diesen Voraussetzungen sind Gardenien in unseren Breiten nicht geschaffen für ein Leben unter freiem Himmel. Folgende Tabelle zeigt auf, warum eine Gardenia nicht winterhart ist:
Temperaturen Gardenia | Grad Celsius |
---|---|
Kritisches Temperaturminimum | 12° |
Durchschnittliche Jahreswerte | 17° bis 24° |
Ideale Sommertemperaturen | 20° bis 25° |
Ideale Wintertemperaturen | 15° bis 18° |
Optimale Temperatur für die Knospenbildung | 18° |


Gardenia jasminoides Wachstum
Die Gardenie ist keine Blume, sondern ein Strauch. Ihre immergrünen Blätter und weißen Blüten wachsen an verholzten Zweigen. In den tropischen und subtropischen Heimatregionen sind die prächtigen Blütengehölze beliebt als Heckenpflanzen. Als Topfpflanzen auf einer mitteleuropäischen Fensterbank bleiben die exotischen Schönheiten deutlich kleiner. Folgende Übersicht nennt die Details:
Wuchshöhe im Herkunftsgebiet: 80 cm bis 160 cm
Wuchshöhe als Topfpflanze in Mitteleuropa: 20 cm bis 60 cm
Besonderes Merkmal: dichtbuschig, reich verzweigt


Bild von Linda Marklund – CC BY 2.0


Ist die Gardenie giftig?
Alle Pflanzenteile einer Gardenie sind leicht giftig. Die höchste Konzentration toxischer Inhaltsstoffe befindet sich in den orangefarbenen Beerenfrüchten, Gardenien hierzulande nur äußerst selten bilden. Bei Wikipedia ist folgender Hinweis nachzulesen: Zitat „Sie gehört zu den Heilpflanzen in der traditionellen chinesischen Medizin. … Der Duft der Blüten erinnert an Jasmin, weshalb diese als natürlicher Aromastoff in Tees und Kosmetika genutzt werden.“ (Quelle: Wikipedia.org, Gardenie Nutzung).
Aus Gründen der Vorsicht empfehle ich, im Familienhaushalt auf die Kultivierung von Gardenien zu verzichten. Zumindest sollte sich der Standort außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren befinden.


Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Wie kommt die Gardenie zu ihrem Zweinamen Knopflochblume?


Grüner-Daumen-Tipp: Mit einer Regentonne am Fallrohr fangen Sie das kostbare Nass auf, damit Sie die Gardenie und andere Topfpflanzen mit dem perfekten Wasser gießen können. Die YourCasa Regentonne kommt mit 80 Litern Fassungsvermögen daher und hat das passende Anschluss-Set dabei. Erhältlich ist das komplette Regentonnen-Set bei Amazon zum günstigen Preis.
Gardenie Pflege
Gardenien sind wunderschön, aber nicht einfach zu pflegen. Mit dieser Pflege-Anleitung und ein wenig Fingerspitzengefühl meistern Sie die anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour. Die Mühe lohnt sich für eine der schönsten Zimmerpflanzen mit weißer Blüte. Lassen Sie sich diese praxiserprobten Hinweise rund um die perfekte Gardenien Pflege nicht entgehen.


Gardenie gleichmäßig gießen
Eine Gardenie verzeiht weder Trockenstress noch Staunässe. So gießen Sie die Knopflochblume richtig:
Faustregel: Gardenia werden gleichmäßig und durchdringend gegossen, sobald die Topferde fühlbar getrocknet ist.
Wasserqualität: Das Gießwasser muss nahezu kalkfrei sein, idealerweise Regenwasser oder enthärtetes Leitungswasser.
Blätter besprühen: Vor Beginn der Blütezeit das Laub einsprühen mit zimmerwarmem, weichem Wasser.
Sobald sich die Knospen bilden, sollte man eine Gardenie nicht mehr besprühen. Wasserspritzer auf Knospen und Blüten verursachen Fäulnis und braune Flecken. Für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit stellen Sie am besten einen Mini-Luftbefeuchter (gibt’s bei Amazon) neben die Gardenia auf. Falls nicht bereits bei der Pflanzung geschehen, befüllen Sie jetzt den Untersetzer mit Blähton und Wasser.


Gardenie düngen
Trotz einer üppigen Blütenpracht ist der Nährstoffbedarf einer Gardenie mäßig. Von März bis September geben Sie alle zwei Wochen den flüssigen Hortensien- und Kameliendünger von Compo (gibt’s bei Amazon) ins Gießwasser. Vorher und nachher gießen Sie mit klarem Wasser für eine verlustfreie Nährstoffaufnahme.


Grüner-Daumen-Tipp: Ein Gießanzeiger macht Schluss mit dem Rätselraten, ob man die Gardenie nun gießen soll oder nicht? Bei Amazon hoch bewerteter Bestseller ist das analoge Feuchtigkeitsmessgerät von Wendowerk, das ohne Batterien funktioniert. Einfach den Feuchtigkeitsmesser ins Substrat stecken, ein paar Sekunden warten und schon können Sie an der Skala ablesen, ob Ihre Blütendiva gegossen werden möchte. Zum guten Schluss nur noch den Gießanzeiger herausziehen und säubern.


Gardenie überwintern
Im Gegensatz zu den meisten Zimmerpflanzen legen Gardenien keine Winterpause ein. Leichte Modifikationen in der Pflege geleiten die immergrünen Sträucher gesund und munter durch die kalte Jahreszeit. So überwintern Sie die Knopflochblume richtig:
Winter-Standort: Gardenie hell und kühl bei 18 Grad aufstellen für die Knospenbildung. Alternativ im Wohnzimmer überwintern, jedoch nicht über einem aktiven Heizkörper, neben gekippten Fenstern oder einer regelmäßig geöffneten Balkontüre.
ISO-Unterlage: Zum Schutz vor kalten Füßen auf der Fensterbank oder dem Fußboden die Gardenie auf eine Holzscheibe oder Styroporplatte stellen, die man beide bei Amazon kaufen kann.
Winter-Pflege: Die Gardenie im Winter sparsamer, jedoch immer durchdringend gießen, damit die untere Hälfte des Wurzelballens nicht austrocknet. Regelmäßig die Blätter besprühen mit entkalktem Wasser. Von Oktober bis Februar alle 6 bis 8 Wochen düngen.


Gardenie im Frühjahr schneiden
Ein moderater Rückschnitt im zeitigen Frühjahr erzeugt eine schöne, kompakte Form. Bestes Schneidwerkzeug ist die Fiskars Bypass-Schere mit 2 scharfen Klingen, die glatte Schnittwunden hinterlassen. Für eine sachkundige Schnittführung setzen Sie die Schere wenige Millimeter über einem nach außen gerichteten Blatt an. Daraufhin entsteht an diesem Vegetationspunkt ein Saftstau, der eine kräftige Verzweigung auslösen kann. Totholz schneiden Sie an der Basis ohne Stummel ab.


Gardenie alle paar Jahre umtopfen
Alle zwei bis drei Jahre wird es einer Gardenie im Topf zu eng. Zu erkennen ist der Wunsch nach einem größeren Gefäß an Wurzeln, die aus den Bodenlöchern wachsen oder sich durch die Topferde nach oben drücken. Fernerhin ist das Substrat ausgelaugt und sollte ausgetauscht werden. Bester Zeitpunkt zum Umtopfen von Gardenien ist im Frühjahr, jedoch nicht während der Knospenbildung oder Blütezeit.


Krankheiten und Schädlinge an Gardenien
Folgende Tabelle gibt einen Überblick zu den häufigsten Krankheiten und Schädlingen mit Tipps für effektive Hausmittel.
Schadbild | Ursache | Hausmittel |
---|---|---|
Abwurf von Blättern und Knospen | Lichtmangel | heller stellen, im Winter beleuchten |
Gelbe Blätter | Chlorose | ausschließlich gießen mit kalkfreiem Wasser |
Eingerollte Blattränder | Trockenstress | Wurzelballen tauchen |
Weiße Pusteln auf den Blättern | Schildläuse | abwischen, mit Alkohol betupfen |
Gespinste, Sprenkel, Blattabwurf | Spinnmilben | abbrausen, bekämpfen mit Seifenlösung |
hängende, weiche Blätter | Staunässe | umtopfen, fortan sparsamer gießen |
Wenn die Gardenie den Sommer im Freien verbringt, können Blattläuse auftreten. Bestes Hausmittel gegen die Biester ist – wie schon gegen Spinnmilben – die bewährte Seifenlösung, die man selber herstellen kann mit folgendem Rezept: 20-30 Gramm Kernseife, 1 Liter Wasser, 1-2 Spritzer Spiritus. Füllen Sie die Seifenlösung in einen Handsprüher, z. B. von Gloria (gibt’s bei Amazon). Alle 2 bis 3 Tage werden die Blätter auf den Ober- und Unterseiten besprüht, bis keine Blattläuse mehr zu entdecken sind. Weil sich Blattläuse in Windeseile vermehren und zur Jungfernzeugung fähig sind, empfehle ich, für die Kontrolle die LED-beleuchtete Handlupe von Nazano zu verwenden, die es bei Amazon günstig zu kaufen gibt.
Quellen: Wikipedia.org, Gardenie und Bio-Gaertner.de, Gardenie und Pflanzenfreunde.com, Gardenien und Pflanzmich.de, Gardenia jasminoides ‚Pinweel‘ und über 30 Jahre Erfahrung als Hobbygärtnerin
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