Romantische Blütenpracht und bemooste Knospen sind die Markenzeichen von Moosrosen. Was die historischen Rosen dem Hobbygärtner zu bieten haben, ist hier in einem kommentierten Steckbrief nachzulesen. Moosrosen Bilder zeigen die natürliche Schönheit der halbgefüllten Blüten. Eine praxiserprobte Anleitung erklärt, wie Sie Moosrosen richtig pflanzen und pflegen. Auf geht’s!
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Kurzfassung

Was sollten Hobbygärtner über eine Moosrose wissen?
Die Moosrose (Rosa centifolia ‚Muscosa‘) ist eine Wildrose und Naturhybride. Besondere Kennzeichen sind die bemoosten Knospen, Kelchblätter und Stängel. Eine Moosrose wächst als sommergrüner Strauch und bildet halbgefüllte, intensiv duftende, rosafarbene Blüten. Moosrosen sind winterhart und eignen sich für Naturgärten, Bauerngärten und als Heckenpflanzen. Gepflanzt wird eine Moosrose im Herbst an einen sonnigen bis halbschattigen Standort in humose Erde. Die Pflege besteht aus Gießen bei Trockenheit, Düngen mit Rosendünger und Kompost. Moosrosen muss man nicht jährlich schneiden, sondern alle paar Jahre auslichten.

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Moosrose Pflege – Die besten Tipps
Die Moosrose ist pflegeleicht. Anfänger meistern die Wasser- und Nährstoffversorgung sowie Schnittpflege und Überwinterung mit Bravour. Ein Blick auf diese Pflegetipps für Rosa centifolia muscosa lohnt sich:

Moosrosen bei Trockenheit gießen

Moosrose bedarfsgerecht gießen bei fühlbar trockener Erde (Fingerprobe 1-2 cm tief).









Idealerweise seltener und durchdringend wässern (30 l/m²), statt täglich in kleinen Mengen.


Wichtig: Gießwasser immer direkt auf die Wurzelscheibe laufen lassen und nicht überkopf mit dem Wasserschlauch beregnen. Nasse Blätter sind anfällig für Sternrußtau, Mehltau und Schädlinge.


Moosrosen düngen mit Rosendünger
In der Moosrosen Pflege hat die Nährstoffversorgung einen hohen Stellenwert. Am besten geeignet für die Moosrose ist ein Langzeitdünger, z. B. der Bestseller auf Amazon von Compo. Man streut den Rosendünger auf die Erde, harkt die grauen Perlen so tief ein, dass sie nicht mehr zu sehen sind und gießt nach. Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr. Für die kommenden 6 Monate ist die Moosrose mit allen Nährstoffen versorgt für ein gesundes Wachstum und prächtige Blüten. Wer eine rein organische Düngung bevorzugt, arbeitet 3-5 l Komposterde oder 200 g Hornspäne (gibt’s bei Amazon) je m² in die Erde ein und gießt nach. Ab August erhält eine Moosrose keinen Dünger mehr, damit die Rosenzweige vor dem Winter ausreifen.


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Moosrosen schneiden
Die Schnittpflege ist einfach, denn Moosrosen blühen am mehrjährigen Holz. Obligatorisch ist ein Rückschnitt demzufolge nicht. Nur bei Bedarf kommt die Schere zum Einsatz. Bestes Schneidwerkzeug ist eine Bypass-Gartenschere, z. B. von Gardena für Triebe bis 24 mm Durchmesser (gibt’s bei Amazon). So schneiden Sie eine Moosrose richtig:
Erhaltungsschnitt: Moosrosen-Strauch Ende Februar auslichten, Totholz, kranke, geknickte Zweige abschneiden, verwelkte Blüten und Hagebutten-Mumien entfernen.
Pflegeschnitt: Nach der Blütezeit alle Langtriebe zurückschneiden, die aus der Moosrose ragen.
Schnittführung: Rosenschere kurz über einer nach außen gerichteten Knospe (Auge) ansetzen und leicht schräg schneiden, damit Wasser schnell ablaufen kann.
Ob man seine Rosen im Herbst schneiden sollte, habe ich in einem gesonderten Ratgeber ausführlich beleuchtet.


Grüner-Daumen-Zwischenfrage: Ist die Moosrose winterhart?


Bild von Hans


Moosrose vor dem Winter anhäufeln
Trotz ihrer Winterhärte sind Moosrosen dankbar für einen leichten Winterschutz. So machen Sie es richtig:









Im November den Moosrosen Strauch 20 cm hoch anhäufeln.









Am windexponierten Standort Nadelreisig oder eine Schilfrohrmatte (gibt’s bei Amazon) rund um den Moosrosen-Strauch in die Erde stecken oder einen Jutesack über die Strauchkrone stülpen.









Eine Moosrose im Kübel vor der Hauswand auf Holz stellen, mit Stroh mulchen, Gefäß ummanteln mit Wintervlies (gibt’s bei Amazon). Einen Pflanzenroller unterfüttern mit Stroh oder Holzwolle, wobei die Abzugslöcher frei bleiben müssen.


Krankheiten und Schädlinge an Moosrosen
Auf einer gut gepflegten Moosrose haben es Pilzkrankheiten und Schädlinge schwer. Ist der historischen Rosenschönheit ein luftumspülter, regengeschützter Standort vergönnt, werden Sie über Mehltau, Sternrußtau oder Blattläuse selten zu klagen haben. Im Ernstfall können Sie Mehltau mit Hausmitteln bekämpfen. Gegen Sternrußtau hilft ein Lebermooser-Extrakt, den Sie im Jean-Pütz-Shop auf Amazon kaufen können. Blattläusen geht es mit einer Seifenlösung an den Kragen, die Sie aus 20-30 Gramm Kernseife, 1 Liter Wasser und einigen Spritzern Spiritus selber herstellen können.


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Moosrose Steckbrief mit wissenswerten Eckdaten


Erläuterungen zum Moosrosen Steckbrief


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Moosrosen Wachstum, Wuchsform, Höhe, gärtnerisch interessante Eigenschaften
Die Moosrose ist eine besondere Variante der Zentifolie Rosa x centifolia, auch Provence-Rose genannt. Zentifolien zählen zu den historischen Rosensorten, die mit üppig gefüllten Blüten begeistern. Rosa centifolia muscosa überbietet andere Zentifolien mit einem sehenswerten Detail. Knospen, Blütenstiele und Kelchblätter sind übersät mit gekräuselten Blattauswüchsen und grünen Öldrüsen. Dadurch erscheinen diese Pflanzenteile wie bemoost, worauf sich der Name Moosrose bezieht. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Moosrosen ein fester Bestandteil in traditionellen Bauerngärten. Heute erleben die wild-romantischen Blütenschönheiten ein Revival dank dieser Eigenschaften des Wachstums:
Wuchstyp: Rosenstrauch mit einmal blühenden, halb gefüllten rosafarbenen Blüten, bemoosten Knospen, Kelchblättern und Stängeln.
Wuchsform: aufrecht, buschig-ausladend, überhängend.
Wuchshöhe: 100 cm bis 150 cm, selten bis 200 cm.
Wuchsbreite: 70 cm bis 120 cm, selten bis 150 cm.
Wurzeln: Tiefwurzler
Gärtnerisch interessante Eigenschaften: winterhart, pflegeleicht, blattgesund, bienenfreundlich, Vogelnährgehölz, ökologisch wertvoll, stark bestachelt, ungiftig, intensiv duftend, lange Blütezeit, Rückschnitt nicht obligatorisch.


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Moosrosen Blüte
Ihre majestätische Wuchsform kombiniert Rosa centifolia muscosa mit diesen Blüten-Merkmalen:
Blütenform: halb gefüllt, halbkugelig, bemooster Kelch.
Blütenanordnung: in Büscheln.
Blütengröße: 4 cm bis 10 cm im Durchmesser.
Blütenfarbe: rosa, Sorten auch rot, dunkelrot, purpurn, lila-violett, cremerosa, weiß, gelb
Besonderheit: verströmt einen würzigen Duft mit harziger Kopfnote.
Blütezeit: einmal blühend von Juni bis Juli, Moosrosen-Sorten blühen von Juni bis September.
Dank der halbgefüllten Blüten gehen Wildbienen, Käfer und andere pollensammelnde Insekten beim Besuch einer Provence-Rose nicht leer aus. Bestäubte, zwittrige Moosrosen-Blüten verwandeln sich in rote Hagebutten mit zahlreichen Samen, die hungrige Vögel als winterliche Nahrungsquelle sehr zu schätzen wissen.


Scan aus dem Buch „Les Roses“ von Pierre-Joseph Redouté, Paris 1817-24,
Blatt der Moosrose
Als grüne Leinwand für das pompöse Blütenfestival dienen schmucke Moosrosen-Blätter mit diesen charakteristischen Erkennungsmerkmalen:
Blattform: gestielt, unpaarig gefiedert.
Fiederblättchen: elliptisch bis eiförmig mit gesägtem Blattrand.
Blattfarbe: grün, leicht glänzend.
Blattanordnung: gegenständig


Moosrose am richtigen Standort pflanzen
Für die Standortwahl gilt die Faustregel: „Die Moosrose nie unmittelbar nach einer Moosrose oder anderen Rose pflanzen, sondern eine Pause von 5 bis 7 Jahren einhalten.“ Das sind weitere Standortbedingungen:









Sonne bis Halbschatten.









Eine luftige, idealerweise regengeschützte Lage für beste Blattgesundheit.









Normaler Gartenboden, locker-durchlässig, humos und frisch-feucht.


Moosrose wann pflanzen?
Die beste Pflanzzeit für Moosrosen ist von Oktober bis März. In diesem Zeitfenster können Sie sowohl Wurzelware als auch Containerware pflanzen. Außerdem können Sie Moosrosen als Containerware zu jeder Jahreszeit im Garten pflanzen, solange es nicht friert.


Moosrose im richtigen Abstand pflanzen
Der richtige Pflanzabstand für die Moosrose als Solitär beträgt 100 cm. Als Hecke setzen Sie die Wildrose mit 80 cm Abstand etwas näher zueinander. Für eine blickdichte Rosenhecke pflanzen Sie Moosrosen am besten in 2 Reihen versetzt zueinander.


Grüner-Daumen-Tipp: Mit den Einhell Bodenhacken gehört mühsames Umgraben des Gartenbodens endlich der Vergangenheit an. Rotierende Hackmesser pflügen durch die Erde, während Sie mit dem Führungsholm in den Händen hinter dem starken Helfer herschreiten. Einhell Bodenhacken können Sie bei Amazon kaufen als Elektro-Bodenhacke mit 6 Hackmessern oder Akku-Bodenhacke mit 4 Hackmessern.


Moosrose pflanzen – Tipps & Tricks
Die richtige Pflanztechnik hängt davon ab, ob es sich um eine wurzelnackte oder getopfte Moosrose handelt. Folgende Pflanz-Tipps erklären, worauf es wirklich ankommt:
Vorbereitung: Eine wurzelnackte Moosrose für 24 Stunden in Wasser stellen, Containerware mit Anzuchttopf für einige Minuten wässern, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Derweil den Boden 2 Spaten tief umgraben. Langzeitdünger als Startdüngung erst im nächsten Frühjahr in den Boden einarbeiten.
Pflanzschnitt Wurzelware: Alle Triebe um 10-15 cm einkürzen, Wurzeln um 1-2 cm zurückschneiden.
Pflanzschnitt Container-Rose: nicht erforderlich.
Pflanztiefe: Bei Moosrosen Sorten die Veredelungsstelle 5 cm tief in die Erde pflanzen, unveredelte Moosrosen so tief pflanzen, wie zuvor im Anzuchtbeet oder Topf (Erdmarke an den Trieben beachten).
Anhäufeln: Eine wurzelnackte Moosrose nach der Pflanzung zu zwei Drittel der Wuchshöhe anhäufeln mit Komposterde. Eine getopfte Moosrose nur nach einer Herbstpflanzung anhäufeln.
Balkongärtner pflanzen die Moosrose in einen 40 cm tiefen Kübel mit Abzugslöchern. Als Drainage auf dem Gefäßboden eignen sich Splitt, Tonscherben und Tongranulat, abgedeckt mit einem Drainagevlies (gibt’s bei Amazon). Die perfekte Topferde ist die torfreduzierte Rosenerde von Floragard oder die torffreie Rosenerde von Neudorff mit Mycorrithza.
Quellen: Wikipedia.org, Moosrose und Baumschule-Horstmann.de, Moos-Rose/Wildrose Muscosa und Naturadb.de, Moos-Rose
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