
Hobbygärtner mit Pfirsichbäumen aufgepasst! Die Winterruhe für Obstgehölze war sehr kurz. Aufgrund der aktuellen und angekündigten Warmwetterperioden in diesem Monat kann es zu einem Schwellen der Knospen kommen. Das alleine ist noch kein Grund zur Besorgnis. Allerdings sollten Sie den Wetterbericht im Auge behalten. Warum Regenwetter jetzt fatal ist, lesen Sie hier. So können Sie im März 2025 mit Hausmitteln einen Ausbruch der Pfirsichkräuselkrankheit verhindern.
Das Beitragsbild ist von Scot Nelson – CC0 1.0

Warum droht im Frühjahr 2025 die Pfirsich Kräuselkrankheit?
Die Kräuselkrankheit ist eine Pilzinfektion. Der pilzliche Erreger Taphrina deformans überwintert als sogenanntes Mycel auf den Knospenschuppen und Trieben am Pfirsichbaum. Ein Mycel ist die Gesamtheit der fadenförmigen Zellen eines Pilzes. Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr schnürt jedes Mycel unzählige Sprosszellen ab. Bei Niederschlägen werden diese Sprosszellen in die sich öffnenden Knospen eingeschwemmt.
Dieser Prozess verursacht die typischen gekräuselten Blätter, verdrehten Triebe und runzeligen Pfirsiche. Eine weitere fatale Folge der Pilzinfektion ist ein vorzeitiger Abwurf der Blätter, was den Pfirsichbaum erheblich schwächt. Aus diesem Grund ist die Kräuselkrankheit die gefährlichste Pilzkrankheit für den Pfirsich im Hausgarten und gewerblichen Anbau.


Bild von Maja Dumat – CC BY 2.0




Wie kann ich den Ausbruch der Kräuselkrankheit verhindern?
Es liegt auf der Hand, dass eine Behandlung der Pfirsichkräuselkrankheit nach der Infektion wirkungslos ist. Letzte Chance einer vorbeugenden Bekämpfung haben Sie vor und während des Knospenschwellens. Das können Sie jetzt im Ende Februar/Anfang März 2025 mit Hausmitteln tun gegen einen Ausbruch von Taphrina deformans in Ihrem Obstgarten:












Spritzungen mit homöopathischer Kieselsäure (erhältlich in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken).












Austriebsspritzungen mit einer Lösung aus Algenkalk (gibt’s bei Amazon), Brennnesseljauche und Wasser (2 % Algenkalk, 5 % Brennnesseljauche).












Spritzungen mit verdünntem Knoblauchtee im Verhältnis 1:7 (100 ml Knoblauchtee auf 700 ml Wasser).












Pfirsichbaum gießen mit Schachtelhalmtee (gibt’s bei Amazon) oder selbst hergestellter Ackerschachtelhalm Brühe (Das Rezept können Sie nachlesen bei bio-gaertner.de)












Spritzungen mit Neudovital Obstpilzschutz von Neudorff (Anwendungen können Sie hier nachlesen)












Pfirsichbaum tropfnass einsprühen mit Lebermooser-Anti-Pilz Extrakt (gibt’s bei Amazon) in einer Dosierung von 5 ml/1l Wasser. Die Behandlung wird fortgesetzt in Intervallen von 7 Tagen.
Diese Hausmittel und ökologischen Bekämpfungsmittel können Sie ebenfalls verwenden an Aprikosen, Nektarinen, Mandeln und Marillen, die genauso anfällig für die Kräuselkrankheit sind, wie die Pfirsich.





Grüner-Daumen-Tipp: Das „Knospenschwellen“ können Hobbygärtner mit einem einfachen Trick rechtzeitig erkennen. Hierzu werden einige Triebbereiche im Dezember oder Anfang Januar mit einem wetterfesten Farbspray eingesprüht, z. B. dem Schneider Paint-it Spray von Amazon. Wenn die Knospen sich vergrößern, platzt die Farbe ab.




Wie kann man der Kräuselkrankheit vorbeugen?
Beste Vorbeugung gegen die Pfirsichkräuselkrankheit ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt. Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung reihen sich dahinter ein. Schon bei der Pflanzung einer Pfirsich können Hobbygärtner einem Befall mit der Kräuselkrankheit effektiv vorbeugen. Lesen Sie im Folgenden wissenswerte Tipps.


Pfirsichbaumschneiden
Das ergiebigste Fruchtholz am Pfirsichbaum sind die einjährigen Langtriebe. Um das mit runden Blütenknospen garnierte Fruchtholz gut zu erkennen, ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt kurz vor der Blütezeit. Alternativ können Sie den Obstbaum nach der Ernte verschneiden. So schneiden Sie eine Pfirsich richtig:














Von den abgetragenen Trieben 3/4 zurückschneiden auf kurze Stummel. Die übrigen Triebe einkürzen auf
3 Knospen, aus denen neues Fruchtholz austreibt.












Holztriebe auf 2 Knospen zurückschneiden. (Holztriebe haben lediglich spitze Blattknospen).












Falsche Fruchttriebe verschneiden auf 2 cm kurze Stummel. (Fruchttriebe haben zahlreiche runde Blütenknospen und lediglich eine oder zwei spitze Blattknospen am oberen Triebende).












Bukett-Triebe oder Fruchtspieße stehen lassen. (Fruchtspieße sind kurz, reich garniert mit Blütenknospen und einer Blattknospe an der Triebspitze).












Abschließend die Baumkrone gründlich auslichten.


Grüner-Daumen-Tipp: Für einen ermüdungsfreien und gelenkschonenden Baumschnitt im rückenfreundlichen Garten gibt es zwei Hilfsmittel: Die Einhell Akku-Astschere für Triebe bis 28 mm Durchmesser und die Einhell Akku Einhand Kettensäge für dickere Äste. Beide Geräte sind hoch bewertete Bestseller bei Amazon.
Baumscheibe bepflanzen
Drei Kräuterpflanzen können die Erreger der Kräuselkrankheit vom Pfirsichbaum abwehren. Bepflanzen Sie die Baumscheibe mit niederliegender Kapuzinerkresse (Tropaeolum), reichlich Knoblauch (Allium sativum) und Meerrettich bzw. Kren (Armoracia rusticana). Das Trio leistet außerdem einen Beitrag zur bienenfreundlichen Gartengestaltung.
- Kriechende Kapuzinerkresse wehrt auch Blattläuse ab
- Knoblauch auf der Baumscheibe beugt der Kräuselkrankheit vor.
- Meerrettich wehrt Pilzinfektionen am Pfirsichbaum ab


Pfirsich vorausschauend pflanzen
Ein regengeschützter Standort ist ideal für einen Pfirsichbaum. Eingenistete Erreger der Kräuselkrankheit werden nicht in die Knospen eingeschwemmt. Beste Option ist die Pflanzung einer Pfirsich als Spalierbaum an der sonnigen Hauswand unter dem Schutz eines Dachvorsprungs. Über einem Pfirsichbaum im Beet installieren Sie im Frühjahr einen Regenschutz über der Baumkrone. Vor der Pflanzung sollten Sie die Gartenerde verbessern mit Sand und Kompost. Nach der Pflanzung und während des Anwachsens wird der Pfirsichbaum mit Schachtelhalmbrühe gegossen zur Stärkung der Abwehrkräfte.


Robuste Pfirsich-Sorten pflanzen
Folgende Pfirsich-Sorten haben sich als gering anfällig für die Kräuselkrankheit erwiesen: Alexander, Alfter, Eiserner Kanzler, Früher Roter Ingelheimer, Königin der Obstgärten, Mayflower, Pirol, Proskauer Sämling, Rekord aus Alfter, Roter Ellerstädter. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) macht auf folgende Erkenntnis aufmerksam: Zitat „Sorten wie ‚Fruteria‘, ‚Benedicte‘, ‚Amsden‘, ‚Kernechter vom Vorgebirge‘ (= ‚Roter Ellerstädter‘), ‚Weinbergpfirsich‘ sind entgegen anders lautenden Literaturangaben nicht resistent, jedoch etwas weniger anfällig. Sie erholen sich rasch mit neuem Blattaustrieb.“ Die vollständige Abhandlung können Sie hier nachlesen.


Nicht zu empfehlen sind folgende, stark anfällige Pfirsich-Sorten: Admiral Dewey, Champagner, Elberta, Dixired, Hale Berta Giant, Marygold, Red Haven, Red Wing und South Haven.



Grüner-Daumen-Tipp: Um sich vom Kampf gegen die Pfirsichkräuselkrankheit zu erholen, erwartet HobbygärtnerÜ50 am Gartensitzplatz der wetterfeste Gartenstuhl ‚Hera‘ von Resorti. Dieser Senioren-Gartenstuhl begeistert mit erhöhter Sitzposition, Fußablage, optimalem Sitzwinkel, extra breiten Armlehnen und einer Gasdruckfeder zum Anheben der Sitzfläche als Unterstützung beim Hinsetzen und Aufstehen.
Fazit
Mit den richtigen Maßnahmen ist es sehr wohl möglich, im naturnahen Hobbygarten gesunde Pfirsichbäume zu kultivieren. Eine aufmerksame Beobachtung der Knospenentwicklung im Frühjahr ermöglicht rechtzeitige Gegenmaßnahmen mit Hausmitteln, wenn eine Infektion mit der Kräuselkrankheit droht. Wichtigste Vorbeugung unter den Pflegemaßnahmen ist ein alljährlicher, kräftiger Rückschnitt kurz vor dem Beginn der Blütezeit am Pfirsichbaum. Wichtigste Vorbeugung im Rahmen der Pflanzung sind ein regengeschützter Standort und die Wahl einer Pfirsichsorte, die sich als widerstandsfähig gegen die Kräuselkrankheit erwiesen hat. Mit diesen Maßnahmen kann man weitere Steinobstarten vor der Krankheit schützen, wie einen Aprikosenbaum im Kübel oder die Marille am Spalier vor der Hauswand.
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